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Kinderfreizeit LilienwaldWo und wie soll ich denn anfangen |
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von der Freizeit zu erzählen?
Etwa so? Vor ziemlich genau 7 Wochen sind wir von der
Freizeit zurückgekommen und heute ist sie mir schon so
fern. Wenn ich mir allerdings die Dias anschaue, dann
erscheinen mir doch viele Gesichter recht vertraut, fast
so, als würden sie gleich zur Tür herein kommen:
"Du-u, kannst du mir mal
" - "Hey,
das is' voll unfair, der macht immer
" Oder
vielleicht so: "Lilienwald". Welch idyllischer Klang! Fast schon märchenhaft anmutend. Dabei erhielt das Gelände den Namen vor 28 Jahren, weil es alles andere als märchenhaft war, nämlich ein Schuttabladeplatz. Aber das, was die Pfadfinder von Karben-Petterweil in X Stunden ehrenamtlicher Arbeit daraus gemacht haben, kann sich sehen lassen; ein Ferien- und Freizeitgelände mit Übernachtungsmöglichkeiten für über 50 Personen mit Edelstahlküche, Spielwiese und weiträumigem Biotop für Sumpf- und Wasserlebewesen.
Es dauerte einige Zeit, bis wir alle Teilnehmer in Reinheim, Gernsheim und Gräfenhausen eingesammelt und die Jugendlichen ihre Fahrräder im Bushänger verstaut hatten, aber schließlich kamen wir doch in Petterweil an. Nach dem üblichen Zimmer- bzw. Hüttenverteilen - der "Einbürgerung" - und einem ersten Geländerundgang, rief Elke schon bald zum gemeinsamen Abendessen im großen Tagesraum. Nach einem bewegten Spieleabend und der Einführung in
die Bibelgeschichte ging es dann schnell ins Bett, um
für den nächsten Tag wieder fit zu sein. Dass die erste
Nacht auf einer Freizeit immer eine besondere ist, wurde
mir spätestens wieder klar, als ich morgens um halb vier
einige Kinder auf dem Lagerplatz beim Morgenspaziergang
aufsammelte! ("Wir sind nicht mehr müde. Wir haben
ausgeschlafen!!")!
Aus sicherer Entfernung beobachteten 30 Kinder am nächsten Morgen einen Streit mit furchtbaren Folgen: Ein ägyptischer Aufseher schlägt auf einen entkräfteten israelitischen Arbeiter ein; zufällig taucht gerade in diesem Moment Mose auf und gerät dermaßen in Zorn über die Ungerechtigkeit des Ägypters, dass er ihn kurzerhand erschlägt und verscharrt. Trotz aller Vertuschungsversuche spricht sich die Tat doch herum und Mose muss vor dem Pharao fliehen. Daran entzündete sich eine spannende Schnitzeljagd auf schmalen Trampelpfaden, quer durch einen verbrennesselten Wald. Aber beide Spieler-Gruppen hielten durch und am Ende wurde die Mose-Gruppe sogar gefunden und gefangen. Für den Nachmittag hatten wir zu einer Hochzeit
eingeladen. Niemand wusste, wer eigentlich heiraten
sollte! So wurden (überwiegend von den Mädchen!) Blumen
gepflückt, Kränze geflochten und andere tolle Geschenke
hergestellt. "Lagerfeuer" bedeutet auf einer Freizeit immer auch, dass vorher im Wald (möglichst trockenes!) Holz gesucht und beigeschafft werden muss. So waren die Kinder den Rest des Nachmittags beschäftigt und hatten dann am Abend ihren Spaß, auch dem Brennen und Verbrennen von Holz bewusst zuzusehen ("guck mal, gleich kracht das Stück da ab "). Und natürlich wurde auch ordentlich rumgekokelt und mit dem Feuer gespielt. Die Geschichte vom brennenden Dornbusch gegen Ende des Abends hatte hier ihren richtigen Platz. Beim zweiten Lagerfeuer einige Tage später haben wir dann das mehrfach gewünschte und langersehnte Stockbrot gebacken - bei dem jedes Jahr einige Spezialisten den Teig lieber halbroh essen, weil sie nicht die Geduld haben, das Brot über der Glut (und nicht in der Flamme) langsam durchbacken zu lassen. Nachdem unsere geliehenen Kanus nun schon einige Tage
auf dem Gelände gestanden hatten (und von den
Jugendlichen auch schon getestet worden waren), sollte
auch jetzt die erste Hälfte der Kinderfreizeit
"raus aufs Wasser". Nach dem Frühstück
fuhren Dominik, Ulla und ich mit Kleinbussen und Hänger
nach Wickstadt am Oberlauf der Nidda, um uns dort
"einzubooten". Natürlich herrschte große
Aufregung, bis jeder und jede die passende Schwimmweste
an und ein entsprechendes Paddel in der Hand hatte.
Ebenso, bis je zwei sich geeinigt hatten, eine
Gepäcktonne gemeinsam zu benutzen und dann auch noch im
selben Boot zu fahren
Bei der zweiten Tour einige Tage später wurden Kathrin, Inga und ich von zwei Freunden von mir, Ralf & Tina, unterstützt. Diesmal war der Wasserstand ein wenig höher, die Strömung daher ein bisschen flotter - und das Wetter um einiges besser. Dafür gab es Probleme an bewusstem Wehr: um ein gekentertes Boot aufzufischen, fuhr ich solo in der Hauptströmung durchs Wehr - und riss ein beachtliches Loch ins Boot. (Mit dem Flicken habe ich nach Freizeitende noch einige Zeit verbracht Inzwischen ist das Boot aber wieder seetüchtig.)
Der Ruf: "Die machen Zimmerkontrolle" brachte so manchen und manche zum Rennen, um in zwei Minuten noch schnell zu beseitigen, was sonst vielleicht einige Minuspunkte oder Abstufungen mit sich gebracht hätte. Zu Ehren der Jungen muss man allerdings sagen, dass deren enge Zimmer schwieriger in Ordnung zu halten waren als die Fachwerkhütten der Mädchen und dass es durchaus auch Zeiten gab, in denen die Jungenzimmer ordentlicher als die der Mädchen waren!! Zu erzählen wäre noch vieles: Zum Beispiel von dem Abend, als während der Disco plötzlich Mose auftauchte, wild um sich schimpfte über das Volk, das um das Goldene Kalb tanzte und zwei Gesetzestafeln auf dem Boden zerdepperte! Oder von dem Passahmahl mit Matzenbrot und Traubensaft am Abend vor dem Auszug aus Ägypten; von dem Stationenlauf mit den zehn Plagen; von den Walderlebnisspielen und dem Spontantheater. Erwähnenswert ist auch das Brennballspiel, bei dem auch die Jugendlichen und alle Mitarbeiter mitspielten; einiges zu berichten wäre auch vom Werkstattgottesdienst und von den Bibelarbeitsgruppen. Einige Kinder waren sehr offen und so ergaben sich interessante Gespräche. Unbedingt zu erzählen ist auch von dem Tagesausflug nach Bad Homburg mit Spaziergang durch den Schlosspark mit seinen Bäumen und bunten Blumenrabatten (an denen zu meiner Überraschung auch die Kinder Freude hatten!). Nach einem Einkaufsbummel in der Fußgängerzone vergnügten wir uns dann im Bad Homburger Erlebnisbad. Aufgrund des kühlen und oft auch feuchten Wetters mussten wir Mitarbeiter unser langfristig ausgearbeitetes Programm dauernd umstellen, einzelne Blöcke verschieben, ausfallen lassen, neu ausarbeiten und einbauen. So wurden wir davor bewahrt, aus purer Langeweile zu früh ins Bett zu gehen. Auch vom Abschlussabend und vielleicht sogar vom Hausputzen am letzten Tag wäre noch manches zu sagen - aber zuviel ist zuviel. Ich setze gleich hier einen Schlusspunkt und höre einfach auf zu schreiben PUNKT Gerrit Langenbruch |