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Was Angst ist, darüber brauchen wir
nicht viele Worte verlieren. Wir alle kennen sie: Angst
vor Morgen, Angst vor der Schule, Angst vor der Prüfung,
Angst vor den bösen Schulkameraden, Kollegen oder
Vorgesetzten, Angst vor Arbeitslosigkeit, vor Krankheit
oder gar vor dem Tod. Obwohl es uns in Deutschland sehr
gut geht - selbst die Ärmsten unter uns sind besser dran
als die meisten Menschen in Entwicklungsländern - sind
viele Deutsche resigniert und deprimiert und haben Angst
vor der Zukunft.
In meinem Zimmer hängt das Bild eines Holzkreuzes,
das irgendwo am Wegesrand steht. Darunter ist zu lesen:
"Wer glaubt, zittert nicht!" Ist das wirklich
so einfach?
Jesus hat auch große Angst gehabt, als er wusste, dass er jetzt den Weg ins Leid, ans Kreuz gehen sollte.
Wir brauchen uns also unserer Angst nicht zu schämen,
Jesus hat seinem Vater seine Angst gesagt und von ihm
Trost und Kraft erbeten. Das darf auch unser Weg sein:
Gott im Gebet unsere Angst sagen und um Trost und Kraft
bitten. Natürlich können wir auch mit einem vertrauten
bzw. vertrauenswürdigen Menschen über unsere Angst
sprechen. Noch besser wäre es, gemeinsam mit ihm Gott um
Hilfe zu bitten.
Wir dürfen wissen, dass Gott besonders auf die
Mühseligen (die, die Mühe haben) und die Beladenen (die
etwas Schweres zu tragen haben) achtet. Er möchte sie
erquicken. Das sagt uns die Bibel. Manchmal kann ich das
hier auf der Erde nicht erkennen, aber unsere Existenz umfasst beides, das Leben vor dem Tod und das Leben in
Gottes jenseitiger Welt.
Bei Jesaja steht der obengenannte Text in einem
größeren Zusammenhang: Ein Volk, das nicht nach Gottes
Weisung fragt, dem wird kein Morgenrot scheinen (Vers
20). Es wird Hunger leiden, seinem König und seinem Gott
zürnen (Vers 21) und nichts finden als Trübsal und
Finsternis (Vers 22). Und später (Kapitel 9) folgen die
bekannten Weihnachtsverse: "Das Volk, das im
Finstern wandelt, sieht ein großes Licht..., denn uns
ist ein Kind geboren..."
Mit dem Kommen Jesu kann Gottes Friedensreich bereits
in den Menschen anbrechen, die sich ihm öffnen. Wird das
in uns, in unserem CVJM, in unserer Gemeinde, in unserem
Volk sichtbar?
Es geht ohne Gott in die Dunkelheit, aber mit ihm
gehen wir ins Licht!
Sind wir ohne Gott, macht die Angst sich breit, aber mit
ihm fürchten wir uns nicht.
G. A. Langenbruch
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