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Das Kirchenjahr orientiert sich an drei Terminen:
- Weihnachten, der Gedenktag an die Geburt Jesu, am 25. Dezember
- Epiphanias, der Gedenktag an die Taufe und Verklärung Jesu, der
katholische Dreikönigstag und der orthodoxe Gedenktag an die Geburt
Jesu, am 6. Januar,
- Ostern, am Sonntag nach dem ersten Vollmond im Frühling,
zeitgleich meist mit der jüdischen Passa-Festwoche. Der Ostertermin,
der ja vom Mond abhängt, kann in die Zeit zwischen dem 22. März und
25. April fallen. Mit ihm pendeln alle Kirchenjahrstermine zwischen
dem 3. Sonntag vor Fasnacht (Septuagesimae) und dem 3. Sonntag vor
dem 1. Advent (drittletzter Sonntag im Kirchenjahr) hin und her.
Jeder Sonntag im Kirchenjahr hat einen Namen oder eine Nummer (z.B.
der 3. Sonntag nach Trinitatis, der 4. Advent, Septuagesimae = 70 Tage
vor Ostern). Nur wenige Fest- und Sonntagsnamen kommen aus dem
Deutschen bzw. Germanischen wie "Weihnacht" ("weihen + Nacht"),
"Fasnacht" (wohl "faseln = dummes Zeug treiben"), "Ostern" (wohl
verwandt mit "Osten").
Die anderen Namen stammen auf dem Griechischen ("Pfingsten",
Lehnwort "pentekoste" = 50. Tag nach Ostern; "Epiphanias" =
Erscheinung) oder dem Lateinischen.
Von diesen verweist ein Teil der Namen auf den Charakter des Tages
(z.B. "Advent" - adventus = Ankunft, "Trinitatis" = Dreieinigkeit, "Rogate"
= Betet).
Die anderen beziehen sich auf Stichwörter aus dem lateinischen
Eingangspsalm oder einer anderen Lesung. Da sie nicht immer mit den
entsprechenden Texten der lateinischen Bibel übereinstimmen, müssen
diese Namen sehr alt sein, wohl noch älter als die lateinische
Bibelübersetzung:
- Psalm 91,15 "Invocabit" = "Er wird anrufen" / Sonntag Incocavit
"Er hat angerufen"
- Psalm 33,5 "Misericordia Domini" = "die Barmherzigkeit des
Herrn" / Sonntag Misericordias…
Fast alle "lateinischen" Sonntage liegen in der Zeit vor und nach
Ostern: |
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Die Wochensprüche gehen wohl zurück auf einen Brauch der
Herrnhuter Brüdergemeine, jeden Tag mit je einem Bibelvers aus dem
Alten Testament (Losung) und Neuen Testament (Lehrtext) zu beginnen.
Entsprechend werden auch den größeren Zeitabschnitten Bibelverse als
Wochenspruch, Monatsspruch und Jahreslosung zugeordnet. Die Sprüche
für Tag, Monat und Jahr geben damit jedem dieser Zeiträume eine
besondere Note. Der Charakter der Sonntage dagegen ist schon seit
altchristlicher Zeit durch das Gedenken an bestimmte Heilsereignisse
oder gottesdienstliche Lesungen festgelegt. Daher wiederholen sich
die Wochensprüche jedes Jahr und es ist problemlos möglich, sie in
einem immerwährenden Kalender auch für die nächsten Jahre anzugeben. Heinrich Tischner |