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Das ist der Monatsspruch für den Monat November. Er hört sich sehr
aktuell an, der Aufruf nach Recht und Gerechtigkeit. Vor allem, wenn
wir an die Globalisierung und ihre Auswirkungen denken, auch an die
Neuregelungen für Arbeitslose, oder die Kürzung der Unterstützung für
Blinde oder an die Gehälter der Spitzenmanager oder an die Börsenkurse
von Aktien, wenn eine Firma ihre Belegschaft "den Erfordernissen
angepasst hat." Der Text dürfte aber über 2500 Jahre alt sein. Gott
der Allmächtige musste auch damals schon an Recht und Gerechtigkeit
erinnern. Dabei wird anschließend die Sabbatheiligung genannt:
"Glücklich ist, wer den Sabbat nicht durch Arbeit entweiht, sondern
ihn als Ruhetag achtet," und weiter heißt es: "Glücklich ist, wer kein
Unrecht begeht." Hier geht es also zunächst einmal um das Halten der
Gebote Gottes in unserem alltäglichen Leben. Richten wir uns nach
Gottes Richtlinien? Es wäre sehr gut für uns.
Dennoch glaube ich, dass wir als Christen auch den Auftrag haben,
darauf zu achten, dass in der Politik Gottes Gebote beachtet werden.
Wenn Gesetze den Geboten Gottes widersprechen, müssen wir das sagen,
schnell, laut und unüberhörbar. Glücklicherweise haben wir dazu in
unserer Demokratie neben den Wahlen viele andere Möglichkeiten, z.B.
Briefe an Zeitungen, Abgeordnete, Parteispitzen, Regierung usw. Oft
ist aber der Einzelne dabei überfordert. Ich wünschte mir deshalb,
dass es dazu kleine Arbeitskreise in Vereinen und Gemeinden gäbe, die
sich auf diese Aufgabe spezialisierten und dieses Wächteramt auch
stellvertretend für andere Christen wahrnähmen: Politiker, Verbände
und Öffentlichkeit darauf hinzuweisen, wenn Gottes Gebote durch
Gesetze, Regelungen oder Handlungen missachtet werden.
Es reicht nicht, auf Stellungnahmen der großen Kirchen zu warten.
Sie kommen meist spät, sind oft zu lasch, weil "ausgewogen" und
verschwinden leider oft schnell in der Schublade.
Der zweite Teil des Spruchs ist eine Verheißung: "Mein Heil und
meine Gerechtigkeit kommen bald." Vielleicht bezog sie sich damals auf
die Rückführung des Volkes Israel aus der babylonischen
Gefangenschaft. Ich möchte diese Verheißung aus heutiger Sicht auf das
Leben Jesu beziehen. Er hat uns Gottes Liebe und Güte gelehrt: Die
Vergebung unserer Schuld, wenn wir ihn darum bitten. Das ist weit mehr
als Recht und Gerechtigkeit. Jesus erzählt dazu die Gleichnisse vom
verlorenen Sohn (Lukas 15) und vom Schalksknecht (Matthäus 18, 21
ff.), und wir beten im Vater unser: "…und vergib uns unsere Schuld wie
auch wir vergeben unseren Schuldigern." So können wir Frieden mit Gott
und oftmals auch mit unseren Mitmenschen finden. Ein Ratschlag für
Politiker ist das aber wohl nicht.
G. A. Langenbruch |