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Das wissen wir doch alles, oder? - Ich finde es erschreckend, dass
wir das alles wissen, aber dieses Wissen nicht mehr unser Leben
bestimmt! Wir gehen trotz dieses Kopfwissens ungerührt zur
Tagesordnung über. Die explosionsartige Kraft dieser Worte geht uns
nicht mehr unter die Haut! Ganz anders bei dem Schreiber dieser
Worte: Nach dem Verfasser des Buches Daniel ist der heidnische König
Darius, einer der mächtigsten Männer seiner Zeit, so fasziniert von
diesem Gott, dass er einen Brief "an die Völker aller Nationen und
Zungen, die auf der ganzen Erde wohnten", schrieb: … "Hiermit erlasse
ich den Befehl, dass man im ganzen Gebiet meines Reiches vor dem Gott
Daniels erzittere und ihn fürchte." – Dann folgt der Monatsspruch, und
dann heißt es weiter: "Er errettet und er befreit, er tut Zeichen und
Wunder am Himmel und auf Erden,…" Ist das nicht erstaunlich?
Auf jeden Fall! Aber es kommt nicht von ungefähr, der König – so
lesen wir im Buch Daniel – hat etwas Ungeheuerliches erlebt. Er musste
den untadeligen, gottesfürchtigen Daniel, der durch seine
Ministerkollegen auf hinterhältige Weise zum Gesetzesbrecher wurde, in
die Löwengrube werfen (Gesetz der Meder und Perser!). Aber Gott
schützte ihn vor den Löwen, und er konnte am nächsten Morgen
unverletzt wieder herausgezogen werden.
Das hätte uns sicher auch umgehauen. Aber haben wir eigentlich
nichts mit unserem Gott erlebt? Warum vergessen wir so schnell, dass
unser Gebet erhört wurde? "DerTeufel raubt uns immer die
Gebetserhörungen" sagte mir einmal ein Freund, und ich habe die
Erfahrung gemacht, dass das stimmt. Warum schreiben wir es uns
eigentlich nicht auf, wenn Gott unser Gebet so deutlich erhört hat,
dass wir nur staunen können? Vor wenigen Tagen hatte ich soviel
"Freizeitarbeit", dass ich nicht wusste, wo ich zuerst anfangen
sollte, mehrere unaufschiebbare Termine und Arbeiten. Das sagte ich im
Gebet. Kurz darauf stellte sich heraus, dass der wichtigste und
belastendste Termin verschoben worden war. Man hatte nur vergessen,
mich zu benachrichtigen. Ich hatte (und habe) trotzdem noch viel
Arbeit, aber sie war überschaubar geworden.
Ich wünsche uns mehr Erfahrungen mit unserem Gott, dann sieht die
Welt ganz anders aus.
G.-A. Langenbruch |