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"Wenn die Tränen nicht versiegen" lautet das Thema des nächsten
"ZehnDreißig – Gottesdienstes" in der Stadtmission im November.
Tatsächlich erinnert dieser Monat mit dem katholischen Feiertag
Allerseelen, dem Volkstrauertag und dem evangelischen
Ewigkeitssonntag ("Totensonntag") in besonderer Weise an Leid, Elend
und Tod. Diese Erfahrungen bleiben auch Christen nicht erspart. Wenn
wir die Zeitung lesen oder das Fernsehen einschalten, werden wir
vollgestopft mit schlechten Meldungen. Meist können wir weder die
Ursachen noch die Folgen direkt beeinflussen, wir können allerdings
die Hände falten und für die Betroffenen beten. Manchmal ist auch
unser Geldbeutel gefragt. Nur in unserem engeren Umfeld ist darüber
hinaus Hilfe möglich. Davon spricht ja auch Jesus in Matthäus 24:
Hilfe bei Hunger, Durst, Kleidermangel, Besuche im Krankenhaus oder
im Gefängnis.
Wenn wir selbst von Not oder Krankheit betroffen sind, kann uns
das trotz unseres Glaubens erheblich belasten. Auch davon spricht
die Bibel, und zwar im Buch Hiob: Wir lesen dort, wie der Teufel zu
Gott sagt: "Strecke deine Hand aus und taste sein Gebein und Fleisch
an: Was gilt’s, er wird dir ins Angesicht absagen?" (Wetten, er wird
sich schnell von dir abwenden.) Der Satan bekommt von Gott eine
begrenzte Handlungsfreiheit, und Hiob wird – nachdem er bereits
zuvor sein Hab und Gut und alle seine Kinder verloren hat - von Kopf
bis Fuß von bösen Geschwüren befallen. Seine Frau kann das überhaupt
nicht verstehen und sagt: "Hältst du noch fest an deiner
Frömmigkeit? Sage Gott ab und stirb!" Aber gerade das tut Hiob
nicht, laut Bibel entgegnet er seiner Frau: "Haben wir Gutes
empfangen von Gott und sollten das Böse nicht auch annehmen?" Es
geht Hiob furchtbar dreckig, aber er hält an Gott fest. Der Teufel
verliert seine Wette!
Alle Achtung vor diesem Hiob, aber sind wir nicht viel besser
dran? Wer nur an das Leben hier auf der Erde denkt, der kann vieles
Leid nicht verstehen und findet auch nur schwer Trost. Hiob wusste
noch nichts von einer Auferstehung und einem ewigen Leben, trotzdem
hält er auch im Leid an Gott fest. Wir haben von Jesus die Zusagen,
dass der Tod nicht das Ende unserer Existenz ist und dass diejenigen
Menschen, die hier auf der Erde Gott ihre Schuld bekennen, sich auf
die Gnade Gottes verlassen und sich von ihm führen lassen, in
Ewigkeit zu ihm gehören dürfen. Auf die Ewigkeit bei Gott bezieht
sich auch der oben geschriebene Vers aus der Offenbarung, dem
letzten Buch der Bibel. Das Leben auf der Erde ist nur eine
Durchgangsstation auf dem Weg in Gottes Reich. Erst dort kommen wir
zur Ruhe und sind am Ziel. Dort ist unsere Heimat.
Auf einem Blatt des Neukirchener Kalenders las ich vor einigen
Wochen: Eine Touristengruppe besichtigt ein Kloster. Sie wird von
einem Mönch geführt, der alles erklärt und bereitwillig auf Fragen
eingeht. Die Menschen bestaunen die Architektur, die Kapelle, den
Kräutergarten usw. Der Mönch zeigt ihnen auch eine Klosterzelle mit
Bett, Tisch und Regal. Da kommt die Frage: "Wo haben Sie denn ihre
Sachen?" Der Mönch fragt zurück: "Wo haben Sie denn Ihre Sachen?"
Die Touristen schmunzeln: "Wir sind ja nur auf der Durchreise."
Darauf der Mönch: "Ich auch!".
G.-A. Langenbruch
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