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Ich war richtig sauer: Soviel Überlegungen, Vorbereitungen und Kosten -
und jetzt regnete es. Bei Regenwetter kommen erfahrungsgemäß weniger
Menschen zur Kirche. Warum segnete Gott nicht diese "Nacht der offenen
Kirche"? Dann kam ich gegen 19 Uhr in der Kirche an und traute meinen
Augen nicht: Die Kirche war fast voll. Schon zu Beginn (um 18 Uhr)
hätten an der Führung durch die Kirche (Harald Genrich) ca. 40 Personen
teilgenommen, wurde mir erzählt, und nicht nur Kinder wollten auf den
Turm und die Glocken sehen.
Um 19 Uhr folgte dann das Figurentheater "Radieschenfieber". Matthias
Jungermann hatte seinen Tisch an der Längsseite des Kirchenraumes
aufgebaut und mit etlichen Gemüsearten dekoriert. Er begann aber mit
zwei Wollknäuel, einem hellen und einem dunklen, das Gleichnis vom
verlorenen Schaf darzustellen. Ein Schaf ging verloren, indem das dunkle
Wollknäuel vom Tisch rollte. (Unplanmäßig stand ein freundlicher Junge
auf und legte es Herrn Jungermann wieder auf den Tisch, aber der ließ es
unbeeindruckt erneut vom Tisch rollen.) Es wurde dann planmäßig gefunden
und mittels nachsindflutlicher Hebeeinrichtung gerettet (wieder auf den
Tisch gehievt). Übrigens ist Wolle ja auch ein Naturprodukt, passt also
zu dem anderen Gemüse des "Radieschenfiebers".
Das sich anschließende Konzert des Ev. Posaunenchors (Leitung: Thomas
Borger) begeisterte die Zuhörer durch geistliche und weltliche Stücke.
Hinten begannen einige junge Leute zu tanzen.
Zur Taizé-Andacht hatte der CVJM-Teeniekreis den Chorraum der Kirche mit
Kerzen in ein stimmungsvolles Licht getaucht. Durch die einfachen, sich
wiederholenden und teilweise mehrsprachigen Gesänge, begleitet von
Querflöte (Constanze) und Geige (Lea) sowie durch kurze gelesene
Bibeltexte, wurden die Besucher in eine Zeit der Stille und der
Meditation hineingenommen.
Danach sang der Ueberauer Pfarrer Ingmar Neserke Lieder von Reinhard Mey
und Hannes Wader. Außerdem zeigte er Ausschnitte aus seinem aktuellen
Kabarett-Programm und bot eigene Lieder dar.
Etwa vierzig Nachtschwärmer ließen sich das mitternächtliche
Schokoladenfondue schmecken, bevor Märchenerzähler Gerrit Langenbruch "Kleine Geschichten
für Sinndeuter" zum besten gab. Mal witzig, mal ernst, zeigten sie den
Blick auf das Leben, den Glauben, die Kirche. Unter anderem erzählte er
von dem Hauptmann, dessen Motto lautete: "Was man nicht sieht, das gibt
es nicht" … bis eines Tages sein Offizier fragte: "Kameraden, könnt ihr
den Verstand unseres Hauptmanns sehen? Nein? Nun, dann…!“
Mit zwei Liedern und dem Abendsegen verabschiedeten sich gegen 2.00 Uhr
die letzten Besucher.
Gerrit und Gustav Langenbruch
Pressebericht
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