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Die UNO hat das Jahr 2012 zum "Jahr der Genossenschaften"
ausgerufen. In einer Resolution würdigen die Vereinten Nationen den
Beitrag der Genossenschaften im Bereich der Entwicklungsförderung und
Armutsbekämpfung. Sie ermuntern die Staaten und Organisationen dazu,
Genossenschaften zu fördern und ihren Beitrag zur sozialen und
wirtschaftlichen Entwicklung bekannter zu machen.
Von dieser Würdigung ist natürlich auch die Ökumenische
Entwicklungsgenossenschaft Oikocredit betroffen und indirekt auch wir
als CVJM Reinheim, der Oikocredit schon seit 16 Jahren unterstützt.
Durch Spenden ist unser Genossenschaftsanteil aus bescheidenen
Anfängen deutlich gewachsen, vor allem hat aber unsere Mitgliedschaft
beachtliche Kreise gezogen. Auch hier im Glühwürmchen haben wir oft
auf Oikocredit als Möglichkeit für eine einwandfreie, ethisch
vertretbare Geldanlage für Gemeinden, Vereine und Einzelpersonen
hingewiesen. Vor kurzem kamen die Mikrokredite in Verruf, weil dadurch
das Elend armer Menschen vergrößert wird, wenn sie leichtfertig
erhaltene Kredite nicht zurückzahlen können.
Dieses Problem spricht aber nicht generell gegen Mikrokredite,
sondern gegen eine zu großzügige Vergabe bzw. für eine eingehende,
verantwortungsvolle Beratung. Diese ist bei Oikocredit durch eine
Betreuung der Kreditnehmer auf der ganzen Welt wesentlich besser als
bei einigen anderen Instituten. Im Rundbrief vom Herbst 2011 des
Oikocredit Förderkreises Hessen Pfalz ist u.a. ein Beispiel aus
Rumänien dargestellt: Vor dem Fall des Eisernen Vorhangs 1989 waren in
Rumänien alle landwirtschaftlichen Betriebe Staatseigentum und wurden
als Kollektive geführt. Nach dem Zusammenbruch des kommunistischen
Regimes wurde das Land an die ursprünglichen Besitzer zurückgegeben,
doch bald entstanden neue Kollektive, diesmal nach einem
demokratischen Modell, bei dem Landwirte die Kontrolle selbst in die
Hand nahmen. 1991 schlossen sich Bäuerinnen und Bauern in Cornesti in
Siebenbürgen wieder zu einer Landwirtschaftsgenossenschaft zusammen.
Die Mitglieder bestellen ihre eigenen Felder und jedes Mitglied hat
bei wichtigen betrieblichen Entscheidungen eine Stimme. Die
Genossenschaft umfasst 845 Hektar landwirtschaftliche Nutzfläche.
Die Anlagen der Genossenschaft sind Gemeinschaftsbesitz. Die
Genossenschaft umfasst 500 Mitglieder, wobei der Ort nur knapp
1500 Einwohner zählt.
Zu traditionellen Finanzierungsmitteln hat diese
Landwirtschaftsgenossenschaft keinen Zugang. Mit den Krediten von
Oikocredit konnte sie dringend benötigte Ausrüstung anschaffen, um
Arbeitsbedingungen und Produktivität zu verbessern.
G.-A. Langenbruch
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