Andachten

Monatsspruch Juli 2018

Säet Gerechtigkeit und erntet nach dem Maße der Liebe! Pflüget ein Neues, solange es Zeit ist, den HERRN zu suchen, bis er kommt und Gerechtigkeit über euch regnen lässt! (Hosea 10,12)

Liebe Leserin, lieber Leser,

Bauer sitzt müde auf seinem Pflugmüde sitzt der Bauer auf seinem altmodischen Holzpflug, mit dem er den abgeernteten Stoppelacker umgepflügt hat. Müde, denn es ist ein hartes Stück Arbeit, das er hinter sich hat. Müde und vielleicht etwas enttäuscht. Die Ernte brachte nicht, was er sich erhofft hatte. Zu kalt war das Frühjahr, in dem das junge Korn kräftig wachsen muss. Natürlich ist da das alte Problem: Der Boden gibt nicht genug her. Seit Jahrhunderten unter den Pflug genommen, wäre er schon längst ausgelaugt, wenn er nicht jedes Jahr kräftig gedüngt würde. Am besten wäre es ja, wenn man ihn mal für einige Zeit brach liegen lassen und dafür anderes ungenutztes, ausgeruhtes Land beackern könnte. Aber das erlauben die wirtschaftlichen Verhältnisse nicht. Jeder Quadratmeter muss optimal genutzt werden.

Manchmal möchte man alles hinschmeißen und ganz neu anfangen. Ist es uns nicht auch schon so gegangen, lieber Leser? Aber wir konnten nicht. Wir sind eingefangen wie der Bauer auf dem Bild in unser "System", in "Sachzwänge", so und nicht anders zu handeln. Festgefahren auf einem bestimmten Weg gibt es keine "Alternativen".

Manche probieren's. Sie "steigen aus", "schmeißen alles hin" und versuchen's mit was anderem. Ausgesprochen chic scheint's zur Zeit zu sein, aus der Ehe auszusteigen, seinen bisherigen Partner regelrecht "hinzuschmeißen" und was Neues zu probieren. Andere versuchen, aus dem Erwerbsleben auszusteigen. Beide machen sich kaputt und andere dazu. Ob das die richtige Methode ist?

Der Prophet Hosea, von dem unser Monatsspruch stammt, ist auch der Meinung, dass es so nicht weitergehen kann. Der alte Acker ist ausgelaugt und bringt nichts. Ein neuer muss unter den Pflug genommen werden, wie es in alten Zeiten in der Landwirtschaft noch üblich und möglich war. "Pflüget ein neues (Feld)", fangt neu an, denn so kann's nicht weitergehen, meint er.

Er will damit nicht den modernen Aussteigern den Rücken stärken. Nicht die Verhältnisse in Ehe und Arbeitswelt machen uns kaputt, sondern kaputte Menschen machen die Verhältnisse kaputt, ruinieren die Ehe, schaffen ein unmenschliches Betriebsklima.

"Pflüget ein neues", das heißt nicht: Such dir ein anderes Betätigungsfeld, sondern: Bearbeite mal den steinigen Acker deines eigenen Herzens. Solange Du nicht von innen heraus heil wirst, wirst du alles um dich her kaputtmachen, vergiften verpesten: Familie, Ehe, Betrieb, Verein - ja sogar deine ökologische Umwelt. Heil werden kannst du nur dann, wenn du Gott findest. Dann wirst du so gesund, dass du keinen Psychologen und kein Valium mehr brauchst; so wie andere Leute ansteckende Krankheiten haben, so hast du dann eine ansteckende Gesundheit, die sich auswirkt auf die Verhältnisse, in denen du lebst, auswirkt auf die Menschen, mit denen du zu tun hast, auswirkt auch auf deine ökologische Umwelt. Reine Theorie? Probier's doch mal aus. Du wirst sehen, wie sich alles bei dir verändert.

Mit freundlichen Grüßen

Heinrich Tischner

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