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Einführung in das Neue TestamentTeil 8 |
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Die Apokryphen des Neuen TestamentesBeispiele aus dem Thomasevangelium:Logion (=Sinnspruch) 63: Logion 97: Natürlich hat sich auch die Legendeder Geschichte Jesu bemächtigt und vor allem dort ein reiches Betätigungsfeld gefunden, wo die neutestamentlichen Schriften schweigen. Die kanonisierten Evangelien berichten sehr wenig von der Kindheit Jesu. Hier setzen die gnostischen Kindheitsevangelien ein. Man nennt sie allgemein auch "Gnostische Legenden".Hier ein Beispiel aus den "Kindheitserzählungen des Thomas": Sonstige apokryphe Schriften1. Apostelgeschichten Die Apostelgeschichte des Lukas berichtet eigentlich nur über die Taten des Petrus und des Paulus sowie einiges von Johannes, Jakobus und Philippus; von den Taten der übrigen Apostel finden wir nichts im ganzen Neuen Testament. Die Apokryphen versuchen diesem Mangel abzuhelfen, indem sie zusätzliche Apostelgeschichten des Petrus, Paulus, Johannes, Andreas und Thomas überliefern. Dabei mögen die Apokryphen in dem einen oder anderen Fall durchaus auf zuverlässige außerbiblische Quellen zurückgreifen können, so besonders das, was die Märtyrertode der Apostel anbetrifft. Das meiste in ihnen ist allerdings unglaubwürdige Legende. 2. Briefe Die Kirche hat sehr früh einige Briefe, die unter dem Namen von Aposteln im Umlauf waren, als Fälschungen erkannt und nicht in das Neue Testament aufgenommen, so zum Beispiel einen angeblichen Brief des Paulus an die Laodicener (das war die urchristliche Gemeinde in Kleinasien) oder einen Briefwechsel des Paulus mit dem römischen Philosophen Seneca und verschiedene Predigten, die Paulus oder Petrus zugeschrieben wurden. 3. Offenbarungen Sowohl im Judentum als auch im Christentum ist uns eine ganze
Fülle von Schriften überliefert, die sich alle mit einer Deutung
der Weltgeschichte und dem Ende der Welt beschäftigen. Von ihnen
sind nur das Buch Daniel im Alten Testament und die Offenbarung
des Johannes im Neuen Testament in die Bibel aufgenommen worden. Vor allem müssen wir in diesem komplizierten Sichtungs- und Aussonderungsprozess das Wirken des Heiligen Geistes sehen. Anders lässt sich nicht verstehen, wie die echten und wertvollen Überlieferungen von Jesus durch die junge Kirche vor einer Verwilderung bewahrt und geschützt werden konnten. Man ist bei diesem Aussonderungsprozess ja sehr wahrscheinlich noch nicht, wie heute üblich, von sprachlichen und literarischen Grundsätzen ausgegangen, sondern allein von inhaltlichen. Als echt beziehungsweise kanonisch anerkannt wurden nur solche Schriften, die in ihrer theologischen Aussage mit dem übereinstimmten, was man als die rechte Lehre erkannt hatte. Übersicht über die Schriften der Apostolischen VäterDiese Bücher und Schriften boten von ihrem Inhalt her keinen Grund zur Beanstandung, trotzdem wurden sie nicht in das Neue Testament aufgenommen. Ihre Verfasser waren so ehrlich, unter ihrem eigenen Namen zu schreiben und nicht unter dem Namen eines der Apostel. Zu nennen sind hier: 1. Der Brief des Clemens von Rom an die Korinther Clemens war zwischen 90 und 100 nach Christus Bischof von
Rom. Er hält sich aber in seinem Brief bescheiden im
Hintergrund. 2. Die sieben Briefe des Ignatius von Antiochien (sogenannte Ignatianen) an verschiedene Gemeinden: Ephesus, Magnesia, Tralles, Rom, Philadelphia und an Polykarp, den Bischof von Smyrna. Ignatius hatte die sieben Briefe auf seiner Reise nach Rom geschrieben. Sie enthalten Ermahnungen zu einem christlichen Leben und Warnungen vor Irrlehren. Er starb 117 n. Chr. den Märtyrertod. "Eine eigenartige religiöse Gedankenwelt repräsentieren die
Ignatianen. Gottesbegriff und Heilsbegriff tragen eine
naturhafte, mystische Färbung; die Erlösung wird nicht ethisch,
sondern physisch gefasst (Erlösung aus dem Todesverhältnis); die
Sündenvergebung tritt völlig zurück. Die Gottheit ist als eine
Art Substanz gedacht, mit der man verschmelzen kann; das
Heilsgut wird durch Einwohnung Gottes in den Gläubigen erlangt… 3. Die beiden Briefe des Polykarp an die Philipper Polykarp war ein Schüler des Apostels Johannes gewesen. Er starb 155 nach Christus auch den Märtyrertod. 4. Die Zwölfapostellehre (Didaché) Sie ist zwischen 80 und 100 nach Christus entstanden und
stellt eine Art Katechismus dar, also ein Lehrbuch in Frage und
Antwort. Sie ist zugleich auch eine Kirchenordnung mit
sittlichen Geboten und kultischen Vorschriften über die Taufe,
das Fasten, das Gebet und mit Vorschriften über das
Gemeindeleben: Aufnahme von Wanderpredigern, Gemeindepropheten,
Lehrern, der Wahlen von Gemeindeleitern (etwa den heutigen
Kirchenvorstehern gleichzusetzen) und Diakonen. Die
Gemeindeleiter (Presbyter) vertraten den Bischof
(Gemeindepfarrer) im Gottesdienst und im Lehramt. Edwin Suckut |